Wir sind wieder zurück. Wir hatten eine tolle Zeit und lassen Euch durch diesen Blog noch lange an unseren Erinnerungen teilhaben.
Es begann alles damit, dass Maik in London viele Leute aus Neuseeland und Australien kennen lernte. Die Idee wurde geboren sich für ein Jahr aus dem Alltag zu schleichen und weit weit weg zu fahren.
Ungefähr ein halbes Jahr Zeit für Vorbereitungen und um etwas Geld zu sparen musste reichen. Und dann ging es auch schon los.
Thailand: mitten in der Nacht - wieder mindestens 25 grad wärmer, Regen, extrem schwül, laut, chaotisch! Eigentlich wollten wir nur ein Bett finden, so ließen wir uns etwas überteuert, aber dafür besonders komfortabel bis vor eine billige Unterkunft fahren. Natürlich landeten wir in der berüchtigten Kao San Road - dem Backpackerparadies. Es sieht hier genauso aus wie in dem Film "The Beach".
Jedenfalls blieben wir nicht allzu lange hier - schließlich wollten wir Erholung! Also fuhren wir 800km in den Norden nach Chiang Mai. Scheinbar sind alle anderen Backpacker auf die gleiche Idee gekommen - aber es war trotzdem ruhiger und grüner. Der große Hit dort, sind die riesigen Nachtmärkte und die so genannten Trekking Touren. So eine Tour wollten wir jedoch nicht mitmachen, erstens war es viel, viel zu heiß und zweitens schlossen diese immer Besuche und Übernachtungen bei den so genannten "Hill Tribes" ein. Das sind ethnische Minderheiten, die ihre eigene Kultur haben und von der thailändischen Regierung geduldet werden. Man würde da mit einer Ladung Touristen einfallen, sich die Menschen anglotzen, Photos machen usw., darauf hatten wir nun überhaupt keinen Bock.
Die nächsten 2,5 Wochen reisten wir durch den gesamten Norden Thailands. Wir waren mitten in den Ausläufern des Himalaja, an der burmesischen Grenze. Wir liehen uns öfter Mopeds aus, besichtigten Tempel, heiße Quellen (viel zu heiß, um auch nur einen Fuß reinzustecken), Wasserfälle, alte Ruinen (beispielsweise in Sukhotai - einem Weltkulturerbe) usw. Anfangs waren wir richtig geschockt, wie gleichgültig und unfreundlich die Leute hier waren. Das hatten wir in Bali ganz anders erlebt. Sobald man aber aus den absoluten Touriorten verschwunden war, wurden die Leute auch wieder viel freundlicher. Niemals versuchte uns irgendjemand übers Ohr zu hauen (wir bezahlten immer die gleichen Preise wie die Einheimischen). Dies und der sehr gut organisierte öffentliche Nahverkehr machen das Reisen extrem viel angenehmer, als in Indonesien. Nach einer Weile bemerkten wir aber, dass sich alle Städte sehr ähnelten und somit beschlossen wir auf die Insel "Koh Chang" zu fahren.
Dort verbrachten wir relaxte 10 Tage in einem Bungalow, auf einem Felsen direkt am Meer. Obwohl es viel regnete hatten wir auch sehr viele Stunden Sonnenschein, leckere Thaiküche und des öfteren ein Bierchen am Strand unter Palmen. Wieder mal sind wir in Bangkok - man kommt leider nicht drumrum -und fahren wahrscheinlich morgen für die restlichen 4 Wochen südwärts, um diesen Teil Thailands zu erkunden. Dort gibt es noch mehr Inseln und Strände. Wir werden uns ca. 1 Woche bevor wir nach Hause fliegen noch mal melden, um euch die genauen Daten für unsere Ankunft mitzuteilen (mit dem Hintergedanken auf ein großes Empfangskomitee - wehe einer fehlt ;-)
Der letzte Satz war eine glatte Lüge. Wir waren zwar in Bangkok, aber auch schon halb auf dem Heimweg. Da uns schon in Australien das Heimweh überfiel, beschlossen wir einen knappen Monat eher nach Hause zu fliegen. Ohne es jemanden zu sagen, sozusagen als Überraschung für alle.
Auf dem Rückweg verbrachten wir noch zwei Tage in unserem geliebten London. Bei miesen Wetter, aber voller Vorfreude auf zu Hause.
Unsere letzte Woche in Australien verbrachten wir ca. 40km östlich von Adelaide in Mt. Barker. Dort wwooften wir noch ein letztes Mal. Auf dieser recht großen Farm waren wir meistens mit Zaun bauen, Kühe füttern und auf verschiedene Weiden treiben, Rasen säen usw. beschäftigt. Außerdem kam ich in den besonders tollen Genuss, mit einem ATV (diese 4rädigen Motorräder) über die Äcker zu heizen. Okay, meistens musste ich natürlich irgendetwas transportieren oder hinter mir herziehen... Oder ich bastelte mit Jason einen alten Traktor zusammen. Anja durfte zum Ausgleich dafür die verwähnte Tochter babysitten. Die Arbeit hier war wirklich ausgesprochen toll, das Essen für australische Verhältnisse fantastisch und die Zeit verging wie im Flug. Dafür war es aber saukalt, nach Monaten Sommer und Sonnenschein, kaum zu ertragende maximale 12 Grad. Nachts natürlich noch kälter. Wir gingen nur noch mit Wärmflasche ins Bett - die Häuser haben clevererweise keine Heizung - geschweige denn Wärmeisolierung. Trotz all der Arbeit kam das Vergnügen nicht zu kurz - selbstgebrautes Bier und Shrek 2 im Kino! Freitag früh brachte uns Jason noch zum Flughafen in Adelaide - es war extrem knapp, aber es ging alles gut und wir sind wohlbehalten in Thailand angekommen!
Nachdem wir mit den Bindies in Kununurra fertig waren, bot uns die Firma an nach Wyndham (100km nördlich und sowieso der nächste Ort)zu gehen, um dort das gleiche noch mal zu machen. Dort gibt’s Arbeit für mindestens 7 Tage. Zusammen mit den beiden Mädels fuhren wir also dorthin und hatten wirklich 9 Tage zu tun. Die Firma bezahlte uns sogar die Unterkunft vor Ort und stattete uns mit einem Dienstwagen aus. Ein lustiger, hellblauer Ute. Wir machten unsere Arbeit offensichtlich sehr gut, wir wurden ständig von allen gelobt: Unser Supervisor, die Einheimischen im Dorf (ich glaube die waren froh das jemand das mal endlich macht). In jedem Laden wurden wir auf unsere tolle Arbeit angesprochen - wir waren bekannt wie bunte Hunde. Der Zeltplatzwart war sehr nett -an einem Nachmittag konnte ich mir sein Motorrad ausborgen, und am Sonntag lud er uns alle zum Grillen ein. Es gab neben Fleisch auch richtig leckeren Fisch. Barramundi - die regionale Spezialität, die werden locker mal 1,5m lang. Ich persönlich denke ja er war auf die Mädels scharf, aber geschmeckt hat's trotzdem ;-)
Der Müllmann, den wir jeden Tag trafen, lud uns am letzten Tag noch zu einer Jeeptour ein. Er zeigte uns noch einmal sehr schöne Landschaften und einen Prison Tree. Das war ein dicker, fetter, hohler Baum, in den man reinklettern konnte, wir waren zu viert da drin und hatten immer noch Platz. Später versuchten wir noch unser Glück beim Angeln, allerdings erfolglos. Dafür konnten wir noch 2 verrückte Männer auf einem kleinen Boot beobachten, wie sie (im Dunkeln) versuchten Salzwasserkrokodile (das sind die gefährlichen) zu fangen.
Als wir wieder in Kununurra waren machten wir noch eine sehr schöne 3tägige Kanutour (wieder mit den Mädels - irgendwie wurden wir sie nicht mehr los ;-) Wir sahen sehr schöne und beeindruckende Landschaften, jede Menge Vögel, Babykrokodile, Fische und Fledermäuse. Geschlafen wurde unterm Sternenhimmel, wir saßen an Lagerfeuern, schwammen im Ord River und Wasserlöchern (Billabongs). Das war auf jeden Fall ein Höhepunkt an der Westküste, besonders nach dem blöden Bindy pflücken.
Nach der Kanutour fuhren wir zusammen mit den Mädels und deren Auto zurück nach Broome, verbrachten dort ein paar Tage bei strahlendem Sonnenschein - plötzlich hatte auch diese Stadt ihren Reiz. Am Samstag flogen wir dann (wieder autolos) nach Adelaide in die Kälte. Hier ist es ca. 20 Grad kühler als im Norden - welche Umstellung. Egal die Stadt macht einen netten Eindruck und ab Mittwoch gehen wir noch einmal wwoofen, um in anderthalb Wochen nach Thailand zu fliegen!
In Broome angekommen war richtiges Scheißwetter, Regen, kalt, bewölkt. Total untypisch. "Normalerweise ist hier immer strahlender Sonnenschein" sagte uns jeder. Toll, sollen wir nächstes Jahr wiederkommen um es zu überprüfen??? Keine Wwoofer, die Platz für uns hatten und keine Arbeit, wegen dem schlechten Wetter. Die Stadt total ausgestorben, immerhin die nächstgrößte seit 2000km. Außerdem wollten wir hier unser Auto verkaufen, aber wer will das hier schon kaufen bei den paar Leutchen?
Okay, zusammengefasst: Wir sind total pleite, es ist kalt, verregnet und wir müssten jetzt 4 Wochen hier bleiben, bis unser Flug nach Adelaide geht. Unsere Laune war auf dem Nullpunkt. Das Zelt, welches wir hatten, war gerade so groß das 2 drin liegen können. Da ja sowieso nix mehr zu verlieren war und wir unbedingt Geld brauchten (wir hatten schon unsere Thailand Ersparnisse angegriffen), entschlossen wir uns ins 1000km weit entfernte Kununurra zu fahren. Dort sollte es ein paar Jobs geben, mehr jedenfalls als in Broome. Nach 2 Tagen Fahrt waren wir auch schon dort um uns gleich bei einer Arbeitsvermittlung zu registrieren. "Normalerweise gibt’s hier massig Jobs, aber im Moment, wegen dem Regen..." 1000km weiter und dieselben Sprüche. Und noch weniger Geld. Also erstmal zum Hostel. Wir schwätzten den Typen an der Rezeption eine Weile voll, fragten ob wir im Hostel arbeiten können usw. Er war sehr nett, half uns aber nicht so richtig weiter. Wir saßen schon wieder im Auto, als sich unser "Schicksal" um 180 Grad drehte. Der Rezeptionsmensch kam noch einmal zurück und bot uns an im Hostelgarten zu zelten, zum gleichen Preis wie auf dem Zeltplatz, aber mit allen Annehmlichkeiten eines Hostels: Fernseher, große Küche, Swimmingpool... Na das war doch ein Wort. Als der Chef das mitbekam, bot er mir gleich spontan an eine Stunde täglich im Garten zu arbeiten, so dass nur einer Unterkunft bezahlen muss. (Also nur $70/Woche für 2 statt $220 im Hostelraum). Na, wenn das kein Start ist!!! Am nächsten Morgen (ca. 6:30h) bekamen wir einen Anruf, ob wir nicht anfangen wollen zu arbeiten. Wie jetzt, sofort? "Ja, ich bin gleich da und hole euch ab." Okay, Zähne geputzt und schon war Dan da um uns abzuholen. Die nächsten 3 Tage haben wir in der Stadt Unkraut gejätet. Schön mit orangenen Westen auf den Verkehrsinseln der großen Hauptstraße, in Parks, aufm Friedhof... Das Wetter besserte sich zusehends, so dass wir schon am 2. Tag in knalliger Hitze (ca. 35 Grad) 'Bindys' (oder Carltrop) pflückten. Was für ein Job. Aber es gab Geld und wir lernten dadurch noch 2 furchtbar nette deutsche Mädels kennen. Annette und Katrin sind zwar noch ziemlich jung (20/21), aber gar nicht soo schlimm für ihr Alter. Nach der Arbeit konnten wir meistens noch 1-2h fürs Hostel arbeiten und somit unsere Unterkunft abarbeiten.
Dann kam eines Abends plötzlich ein junger Spund an, der unser Auto kaufen wollte. Welche Überraschung, schließlich hatten wir es nur dem Rezeptionsmenschen 1 x erzählt. Wir verkauften es jedenfalls mit der kaputten Scheibe und Lampe für einen erstaunlich guten Preis. Welche Freude. Wieder viel Geld in der Tasche, für umsonst im Hostel gewohnt, massig Arbeit in Aussicht und die Sonne scheint auch wieder! Strahl :)))
Als nächstes, nach mehrtägiger Fahrt, erreichten wir Carnavon. Dort wollten wir eigentlich wieder arbeiten - hier gibt's ganz viele Plantagen. Leider waren wir wohl etwas zu früh, die Saison begann erst. Also keine Jobs für uns und das Geld wurde knapper.
Egal es wird sich schon irgendwas finden. Wir fuhren weiter nach Coral Bay. Dort gibt es ein sehr großes Riff (Ningaloo Reef), vergleichbar mit dem Great Barrier Reef an der Ostküste. Nur bei weitem nicht so touristisch. Dort lernten wir mal wieder Deutsche kennen. 2 Kerle, mit denen verbrachten wir die nächsten 2 Tage am Strand. Dort konnte man wunderbar schnorcheln und sich die Sonne auf den P... scheinen lassen. Außerdem hatte Andreas ein wirklich nettes Buch mit: "Herr Lehmann". Es spielt in Berlin und ist sehr lustig geschrieben. Wir lasen es uns gegenseitig vor und konnten uns die Plätze bildhaft vorstellen. Es war so als ob man durch Kreuzberg latscht....
Außerdem konnten wir dort noch einen frei lebenden Delphin sehen. Er kam offensichtlich jeden Morgen. Am ersten Tag war er noch recht weit weg, am zweiten kam er dann aber bis auf ca. 7m an uns heran. Wow, wer hätte das gedacht!
Nach der ganzen Westküste beschlossen wir nun in den Karinjini National Park zu fahren. Dieser ist mehr im Landesinneren und ca. 2 Tage vom Meer entfernt. Dort erkletterten wir wieder tolle Gorges, konnten Wasserfälle und überhaupt geile Landschaften sehen. Weiter ging’s nach Port Hedland. Jetzt war es nicht mehr weit bis Broome (ca. 2Tage), wo wir eigentlich wwoofen oder arbeiten wollten. Auf dem halben Weg nach Broome passierte unser nächstes Desaster: Eine menschenleere Straße. Eine Baustelle. Schotter auf der Straße. Dann kommt das einzige Auto weit und breit, ein fetter LKW angerast. Wir bremsten zwar noch und fuhren soweit wie möglich zur Seite, aber es half nichts. Er schleuderte solch einen Schotterhagel über unser Auto - Die Windschutzscheibe war mit Steinschlägen übersät und eine Lampe völlig zerstört. Klasse, so kurz bevor wir unser Auto verkaufen wollten!
Hallo liebe Freunde, nach so langer Zeit gibt’s diesmal wahrscheinlich einen etwas längeren Bericht. Nehmt euch also ne Tasse Kaffee und genießt...
Nachdem wir Denmark verlassen hatten (es wurde dort unten doch wirklich kalt!!), machten wir uns auf den Weg die Westküste zu erkunden. Also ging es erst einmal zurück nach Perth und von dort aus zu den Pinnacles. Das sind eigentlich versteinerte Wurzeln, welche aber wie Säulen aus dem Boden ragen. Natürlich nicht ganz glatt sondern eher etwas zerklüftet. Diese Szene genossen wir bei Sonnenuntergang, man fühlte sich wie auf einen anderen Stern, wenn ihr die Photos seht wisst ihr was wir meinen! Nachts hatten wir dann einen typisch australischen Schlafplatz. Ganz allein (okay, unser Auto war auch dabei) am schönen Sandstrand mit Lagerfeuer und einem Sternenhimmel - besser als im Planetarium. Leider verstehen wir nix von Sternen, aber die Milchstraße war zu erkennen, genauso wie das "Kreuz des Südens". Aber was die ganzen anderen Millionen von Sternen da oben machen, war uns als Stadtkinder doch sehr schleierhaft.
Als nächstes verschlug es uns in den Kalbarri National Park. Dort konnten wir uns bei netten Wanderungen etwas die Beine vertreten und außerdem sehr beeindruckende, so genannte Gorges, erklettern. Im Laufe des Nachmittags verzog sich der Himmel immer mehr und irgendwann goss es wie aus Kannen (jaja, auch hier gibt’s manchmal schlechtes Wetter). Also suchten wir uns bald einen Schlafplatz (diesmal ohne Feuer) und schlummerten bald tief und fest. Man muss vielleicht erwähnen, dass es hier spätestens um 6 pm zappenduster ist und es nicht empfohlen wird dann noch mit dem Auto zu fahren. Es gibt einfach zu viele Tiere, die genau dann unterwegs sind und die meisten Unfälle passieren einfach nachts. Egal, neuer Tag (6:30 oder so, jedenfalls schien schon die Sonne), eine Überraschung. Leider keine gute. Wir hatten einen Platten. Mensch war ich froh, dass ich noch einen Wagenheber besorgt hatte bevor wir Perth verließen. Allerdings hätte ich auch das Ersatzrad checken sollen - dieses war nämlich auch platt. Huch! Glücklicherweise waren in der Nähe einige Bauarbeiter von denen der eine tatsächlich einen kleinen Kompressor mithatte. Er war ganz froh über die unerwartete Pause und wir natürlich über unser unheimliches Glück. Nachdem das Ersatzrad aufgepumpt und gewechselt war, bemerkte ich rein zufällig einen noch steckenden Nagel im frisch aufgepusteten Rad. Scheiße! Scheiße! Scheiße! Aber offensichtlich verloren wir nur Luft wenn man den Nagel direkt berührte. Um es kurz zu machen: wir fuhren die nächsten 60km zum nächsten Ort mit ca. 40km/h (natürlich alles wieder zurück, der nächste Ort in die richtige Richtung war 200km weg). Der Reifenfritze war dann aber wirklich sehr nett. Offensichtlich konnte man uns unsere Geldknappheit ansehen (unsere Finanzen näherten sich so langsam dem Ende) oder lag es vielleicht an unseren gemeinsamen langen Haaren?? Den platten Reifen konnte er nicht mehr reparieren (zu porös), aber den mit dem Nagel konnte er reparieren. Dann kauften wir noch sehr billig einen nagelneuen Reifen. Jetzt hatten wir an jedem Rad ein anderes Profil (der deutsche TÜV würde verzweifeln), konnten aber weiterfahren.